Categories
mind over matter

„Ich muss jetzt wieder mehr auf MICH schauen“

Dieser Satz beinhaltet einige Botschaften. Oft hört man ihn von Menschen, die gerade eine Krise durchgemacht haben oder mitten drunter sind. Was steckt dahinter?

Heißt das, dass ich dann automatisch nicht mehr auf DICH schaue? Geht es jetzt nur mehr um mich?

Zählst du auch zu denen, die immer darauf bedacht sind, dass alles harmonisch ist, sich alle wohlfühlen, alle lieb zueinander sind? Das ist schön, aber auch verdammt anstrengend und wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich. Wenn du das über viele Jahre so treibst kommst du eventuell irgendwann an einen Punkt, an dem du oder dein Körper sagt: STOP so geht das nicht weiter. Dann landest du vielleicht im Krankenhaus oder bei einem Therapeuten. Dort erörterst du deine Verhaltensweisen und dir wird bewußt, dass du immer nur GIBST und die anderen DAS oder DICH nicht zu schätzen wissen. Also schaust du ab jetzt WIEDER MEHR AUF DICH. Du bist top motiviert, gehst nach Hause. Vielleicht beendest du deine Beziehung oder du ziehst von zu Hause aus, kündigst deinen Job, fängst eine neue Ausbildung an.

Oder aber es ändert sich genau gar nichts, weil deine Umwelt deine Botschaft nicht akzeptiert oder du den Mut verloren hast. Jetzt bist du wahrscheinlich ziemlich sauer auf dich. Machst dir selbst Vorwürfe, wertest dich selbst ab. Du KANNST das halt einfach nicht.

Es folgen vielleicht viele Krankenhausaufenthalte, Therapiesitzungen oder ähnliches. Du erarbeitest nun, warum du weiterhin in dieser Situation feststeckst. JETZT geht’s dir aber so RICHTIG SCHLECHT. Du schaust mal ganz tief in deine Vergangenheit und BAMMM, ganz klar, da liegt zumindest einmal ein Hund begraben. Immerhin hast du jetzt auch schon eine DIAGNOSE bekommen. Nun ist es also amtlich: Du hast irgendein Defizit. Willkommen in der Abwärtsspirale, ab hier wird es definitv nicht mehr leichter.

Wollen wir nun also an den Anfangspunkt zurückspringen.

Du wünschst dir Harmonie?

Harmonie fühlt sich vorallem dann gut an, wenn sie ECHT ist. Wenn du dich verstellst, eine Rolle spielst um den Konflikt zu vermeiden, weil du ja nicht streiten willst, darfst, kannst dann ist das Hollywood Harmonie. Die kann sich mitunter auch ganz entsetzlich anfühlen.

Schritt eins ist: Werde dir über deine momentanen GEFÜHLE bewusst. Klingt einfach, ist es aber für viele nicht. Jetzt sind wir wieder im Veränderungsmodus. Das müssen wir also nun wochenlang, täglich so oft wir möglich tun um etwas zu bewirken.

Schritt zwei: REDE über deine Gefühle! Ja, krass, einfach so. Vorsicht, deine Mitmenschen könnten sich auf der Stelle verändern 😉 Du hängst deinem Umfeld also nun seit Wochen schon mit deinen Gefühlen in den Ohren und trotzdem ist nicht alles eitel Wonne?

Da war noch was: deine Bedürfnisse. Ich geb zu, jetzt wird’s a bissl schwierig. „ICH möchte gerne, dass DU deine Schuhe wegräumst.“

Das ist kein Bedürfnis, das ist eine Anweisung. Also, Kommando zurück, tief durchatmen, los geht’s: Ich FÜHL mich grad total gestresst und hab ein riesengroßes BEDÜRFNIS nach Ordnung.

Wird dein Gegenüber nun aufspringen, um seine Schuhe wegzuräumen? Vermutlich nicht. Er/Sie hat auch Gefühle und Bedürfnisse. ECHTE HARMONIE werdet ihr erreichen, wenn ihr lernt respektvoll und inhaltlich zu streiten.

Muss ich jetzt also wieder mehr auf MICH schauen?

Lern dich zu SPÜREN, hab den Mut über deine echten Gefühle zu reden und höre deinem Gegenüber mit der gleichen Aufmerksamkeit zu.

Echt Gespräche zu führen ist das schönste Geschenk

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.