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Herz über Kopf!

„Boah, du arbeitest auf der Psychiatrie? Also das ist bestimmt total anstrengend!“ Das hör ich sehr oft. „Gar nicht!“ Antworte ich dann. „Drinnen sind die gleichen Leute wie draußen, nur sind sich unsere Patienten bewußt dass sie ein Problem haben UND bereit es zu ändern ( zumindest meistens ;))

Warum uns allen ein Aufenthalt in der Psychiatrie gut täte…

Selten nehmen wir unsere Gefühle bewußt wahr. Wir, speziell in Österreich, sind echte Meister darin die Schuld im AUSSEN zu suchen.

„Mir geht es schlecht weil“

“ ich würde ja gerne, aber“

Experiment: 

Frage 10 Leute in deinem Umfeld wie es ihnen geht. Du wirst wahrscheinlich Antworten bekommen wie:

„geht schon“

„passt schon“

„ganz gut eigentlich“

„gut, danke“

Es sind zurechtgelegte Antwort auf diese an sich sehr intime Frage, die zu einem gesellschaftlichen Muss ja einer Floskel verkommen ist. 

Auch bei Teenagern und Kindern erlebt man oft ein Abblocken auf die Frage: Wie war‘s in der Schule, im Kindergarten? 

Es zahlt sich aus die Frage einmal anders zu stellen: hast du heute etwas Schönes erlebt? Was war besonders spannend? Wie waren die Pausen? 

Das gleiche funktioniert in der Partnerschaft Statt wie war dein Tag? Wie war es in der Arbeit?

„Was hättest du heute gern geändert?“

„Was ist dir heute gut gelungen?“

Leider können wir mit unserem Antwortreflex oft nur schwer verändern. Weil, und jetzt kommt’s: wir oft selbst nicht wissen wie es uns geht. Fangen wir also bei selbst an:

Morgens können wir uns gleich nach dem Aufwachen fragen:

„Wie möchte ich heute sein?“

„Was möchte ich heute erleben?“

Alleine die Beschäftigung mit unseren Gefühlen wird einen positiven Prozess auslösen. Wichtig ist es diesen Moment der Selbstwahrnehmung immer wieder am Tag zu kultivieren. Zum Beispiel beim Kaffee, im Bad, am Weg zur Arbeit etc.

Die Wahrscheinlichkeit dass wir das eben gelesene wieder vergessen ist sehr groß. Am besten erinnern wir uns an allen möglichen Orten. Ein post it im Bad, ein Gummiringerl am Finger, eine email an uns selbst, ein Wecker, eine Notiz im  Kalender…..

Alles ist erlaubt

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Es passt schon! Sprichst du über deine Gefühle?

Wenn man dich fragt wie es dir geht, antwortest du dann häufig mit „Es passt schon?“ obwohl eigentlich gar nichts passt? Fühlst du dich zunehmend gestresst und überfordert und trotzdem gibt dir dein Umfeld ständig neue Aufgaben?

Du fühlst dich nicht verstanden? Hast du öfter das Gefühl, dass andere deine Gefühle nicht wahrnehmen, dich links liegen lassen?Zweifelst du an dir und deinen Fähigkeiten? Stellst du dir manchmal im Stillen die Frage, ob das alles so noch einen Sinn macht?

Geh mal einen Schritt zurück und versuche deine momentane Situation von außen zu bewerten. Sprichst du über deine Gefühle, deine Wünsche mit deinem Umfeld? Wahrscheinlich wirst du von deiner Umgebung als sehr stark und leistungsfähig wahrgenommen. Das bist du sicher. Und trotzdem ist es okay, wenn du mal eine Pause brauchst. Ja und jetzt kommt’s: Nur du selbst kennst deine Limits. Manchmal versucht dein Körpers auf gewisse Missstände aufmerksam zu machen. Die Haut juckt, der Kopf schmerzt, der Schlaf ist schlecht uvm. Reagierst du jetzt und schaltest einen Gang runter, oder wischt du dieses Warnsystem weg und arbeitest weiter drauf los? Ich glaube du siehst worauf ich hinaus will.

Zuerst musst du erkennen und benennen wie es dir geht und DANN musst du darüber reden. Und zwar nicht in irgendwelchen undurchsichtigen Botschaften á la irgendwann wird es mir dann echt einmal zuviel, oder lange mache ich das nicht mehr.

Deine Botschaft soll klar und deutlich sein. „Es geht mir nicht gut und im Moment wird mir alles zuviel. Ich bin am Limit“ ganz toll wäre es wenn du deinem Umfeld auch gleich noch sagst was du für ein Bedürfnis hast.

Brauchst du:

jemand zum reden,

Zeit für dich alleine,

körperliche Nähe,

eine Umarmung?

Sei mutig und sprich darüber wie du dich wirklich fühlst. Du wirst sehen, dass es sich auszahlt deine Mauern einzureißen.

Ich wünsch dir Gutes Gelingen!

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